Offener Brief an Rechtsanwalt Michael Winter / Trustedwatch

Hintergrund: Uns wurde ein Fax weitergeleitet, in dem Rechtsanwalt Michael Winter von WordPress die Entfernung eines in diesem Blog veröffentlichten Artikels fordert.

Sehr geehrter Herr RA Michael Winter,

uns wurde das von Ihnen per Fax an die Plattform wordpress übersandte Schreiben vom 18.11.2011 weitergeleitet.

Hierzu möchten wir Ihnen gerne folgendes mitteilen:
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Trustedwatch kauft seine Facebook Fans in Litauen

Daumen runter für TrustedwatchSchon seit einigen Wochen brüstet sich das selbsternannte „Uhrenportal“ Trustedwatch.de aus Flein mit seiner ach so großen Beliebtheit im sozialen Netzwerk Facebook. Da wird von einer  „erfolgreichen Social-Community Ausrichtung“ und über 100’000 „Fans“ schwadroniert. Die Zahl von über 100’000 Fans ist tatsächlich beeindruckend   – große Medien wie z.B. die NZZ haben gerade mal etwas über 10’000 Fans, der deutsche Spiegel kommt auf etwas über 19’000 Fans.

Schaut man sich diese Fangemeinde aber etwas genauer an, so stellt der interessierte Blogger verwundert fest, dass diese uhrenbegeisterten Facebook Mitglieder zum allergrössten Teil aus Litauen kommen (siehe auch diese Grafik).

Auch im schönen Litauen sind die Internet-Nutzer natürlich an Uhren und am Internet interessiert, ein wenig „seltsam“ mutet die baltisch konzentrierte Begeisterung für die rein deutsch- und englisch-sprachige Seite aber doch an.

Sogar Google stuft die Facebook-Präsenz von Trustdwatch bei einer Suche nach „trustedwatch“ bei facebook als litauische Seite ein (zu erkennen an dem „lt-lt.“ vor dem ersten Suchergebnis).

Die Lösung des Rätsels:  Die Fans von Trustedwatch sind gekauft !

Auf Ebay bietet zum Beispiel der Verkäufer „social-media-marketing“ 100.000 Facebook Fans schon um EUR 2500 an.

Ebay Auktion / 100'00 FansEbay-Auktion über 100’000 Facebook Fans

Laut Annonce wird nach Zahlung in etwa 4 Monaten ein Zuwachs von 100’000 Facebook Fans garantiert.

Auch auf die Herkunft der „Fans“ wird in der Ebay-Annonce eingegangen:

> Bzgl. der Herkunft der Fans: Die Werbung wird auf Fans
> ausgerichet, die zum größten Teil aus Litauen kommen.

Auch in einem Bericht des WDR zum unseriösen Geschäft mit den gekauften Fans wird Litauen erwähnt („[…]Er hatte 1.000 Fans gekauft,[…]allerdings waren die alle aus Litauen„).

Diese sogenannten „Fansklaven“ klicken gegen kleine Gebühr oder weil ihr Rechner von Hackern durch Malware ferngesteuert wird, den „like“ Button einer jeden Seite an, für die der Inhaber die entsprechende Gebühr entrichtet.

Dass Trustedwatch diesen Mechnismus tatächlich genutzt und seine Fans ganz einfach gekauft hat, sieht man auch daran, dass fast alle Fans von Trustedwatch auch Fans der Facebook-Präsenz eines Dekorationsartikelversands namens „YourDecoShop„, eines litauischen Nagelstudios namens „Nail and Beauty“ bzw. eines benachbarten Klamottenhandels Vulcan.lt oder des Pop-Sternchens „Serena Delacruz“ sind.

Auch diese Facebook-Seiten haben ungewöhnlich viele Fans. Es wäre schon ein enormer Zufall, wenn alle Uhrenbegeisterten Fans von Trustedwatch sich auch für Deko-Artikel, die hübsche Serena oder gepimpte Nägel interessieren.

Viel eher scheinen diese Firmen ihre Fans beim gleichen „Anbieter“ gekauft zu haben.

Die potentiellen Folgen für Trustedwatch sind gravierend.

Das Ankaufen von Fans ist (abgesehen vom Missbrauch der Plattform Facebook und der versuchten Irreführung braver Internet-Nutzer) auch wettbewerbsrechtlich nicht ganz ohne.

So bewertet zum Beispiel die auf dieses Rechtsgebiet spezialisierte Kanzlei Schwenke & Dramburg aus Berlin das Kaufen von Fans als klaren Verstoß gegen das Verbot irreführender Werbung – somit drohen Trustedwatch nun begründete Abmahnungen von Besuchern und Wettbewerbern.

Somit drohen den Herren Ammann, Fischer und Co nun ernsthafte Folgen:

  • eine Pflicht zur Unterlassung (also Entfernung der gekauften Fans),
  • die Verpflichtung zur Herausgabe der durch den Fankauf generierten Gewinne
  • und natürlich Schadensersatzzahlungen gegenüber Mitbewerbern.

Mein Fazit:

Wieder einmal hat sich Trustedwatch mit höchst unseriösen Machenschaften ein böses Eigentor geschossen.

Mit gekauften Freunden wird Nutzern und Werbetreibenden eine tatsächlich nicht vorhandene Beliebtheit der Seite vorgetäuscht. Pfui.

Damit man sich selbst ein Bild machen kann, hier nochmal der Link zu einer Auswahl der gekauften „Fans“ von Trustedwatch. Einfach ein paar der Fans  anklicken, dann erkennt man schnell die Gemeinsamkeiten.

Weitere Belege:

Trustedwatch oder UNtrustedwatch: Das saubere Netzwerk aus Flein!

Update 22.11.2011:

Es wird einsam um Rudolf Andreas Fischer und seine Webseite Trustedwatch.

Nachdem im Internet mehr und mehr Informationen zu den Machenschaften der „Amigos“ aus Flein bekannt werden, drohen nun von vielen Seiten rechtliche Schritte gegen die Hintermänner.

Diese Informationen wurden uns heute zugetragen:
Nur die Fakten (link)

Wie es scheint berichtet Trustedwatch schon seit langem unter dem Deckmantel der redaktionellen Berichterstattung positiv über Produkte verbundener Unternehmen oder zahlender Werbekunden.

Diese Artikel wurden dabei aber nicht (wie gesetzlich vorgeschrieben) als Werbung gekennzeichnet.

Nun scheinen auch viele Kunden von trustedwatch in Kürze von Abmahnungen betroffen  zu sein, da sie wissentlich solche nicht vorschriftsmässig als Werbung gekennzeichnete Artikel  in Auftrag gegeben haben.

Trustedwatch und die potemkinschen Websites – drastischer Verstoss gegen Google Richtlinien

Die sich selbst als „Uhrenportal“ ausrufende deutsche Trustedwatch GmbH versucht mit unseriösen Praktiken, Suchmaschinenresultate zu manipulieren.

Unter anderem wurden diverse sogenannte „doorway-„pages mit generischen Texten unter einer Vielzahl von Domains ins Netz gestellt.

Unsere Recherchen fanden unter anderem die folgenden Seiten:

Diese Seiten haben keinen echten Inhalt sondern dienen lediglich dazu, Suchmaschinen wie Google vorzuspiegeln, man betreibe eine beliebte Website, die von vielen andern Webseiten verlinkt wird.

Da es Trustedwatch anscheinend an echten Links auf ihre Seite fehlt, scheinen sich die Macher mit solchen Machenschaften behelfen zu müssen.

Diese Praktik verstösst eindeutig gegen die Richtlinien, die Google für faire und „saubere“ Websites vorschreibt.

Besonders heikel: Ein solcher Verstoss kann eine Strafe („penalty“, im schlimmsten Fall: komplette Auslistung aus Google) nicht nur für die betroffene Site (Trustedwatch) selbst sondern auch für Werbetreibende auf einer solchen Site bedeuten.

Herr Amman riskiert somit nicht nur seinen eigenen Ruf und die eigene Suchmaschinenposition sondern auch die seiner Kunden. Wir meinen: unverantwortlich.